Phnom Penh - Cambodia


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Ein Tag im kambodschanischen Leben….

Bzw. einen Tag lang näher dran als normal….

Mein Motofahrer…. Ein Schatz…. Hilfsbereit… erklärte sich schon nach wenigen Tagen zu meinem Privatfahrer den ich doch immer anrufen könne wenn ich ihn bräuchte…

Ein Engel…. Gutes Englisch…. Extrem gutes Englisch im Vergleich zu den gewöhnlichen Motofahrern…. Mein „Motodoob“ [wie es auf Khmer heißt]…. Spaß mit ihm die Straßen PhnomPenhs zu befahren jeden Tag aufs Neue. Nun wurde ich in sein Haus eingeladen…. Seine Familie kennenlernen… Zwei Töchter und einen Sohn….. 18, 16 und 14 Jahre alt…. Ebenfalls Engel wie sich heute herausstellte… die Ehefrau ohne jegliche Englischsprachkenntnisse im übrigen auch…

Also… heute… ein Tag mit Pupa’s Familie. Mein Wunsch am Nachmittag vorbei zu schauen wurde sofort abgelehnt mit der Begründung ich müsse einen ganzen Tag bleiben…. Die Abholzeit konnte ich immerhin noch von 8:00 auf 09:00 verschieben.

Gespannt was mich erwartet den ganzen Hinweg, 10 km Fahrt was auf einem Moto endlos erscheint.

Ein recht schönes Haus, was mich (um ehrlich zu sein) schockt. Erdgeschoss besteht aus Küche und Wohnzimmer, erster Stock aus 2 kleinen Zimmern und das zweite Stockwerk besteht aus einem Badezimmer und einem großen Raum. Überall liegen Matratzen, schließlich wohnt man auch in diesen Räumen mit Kindern, Eltern, Schwägerin, Onkel, Tante, Schwester, etc. …

Ich bin mir den ganzen Tag über nicht so sicher wie viele Menschen letztendlich auf den 3 Etagen wohnen- Ständig sieht man irgendwelche Leute am Zimmer (der Tochter, was man mir gleich am Anfang zugeteilt hat) vorbeihuschen. Jaja, so bekam ich mein eigenes Zimmer. Gefüllt von einem Bett und einem Schreibtisch, einem Meer von Puppen und Stapel voller Schulbücher. Die Zimmer sind allgemein leer, kaum Möbel, die Wand des zweiten Stockwerks ziert jedoch ein großes Whiteboard auf welchem eine Reihe von Englisch-Khmer übersetzten Wörtern steht. Ich frage mich im ersten Moment wie sich diese Familie solch ein Board leisten kann… man muss sich in Unkosten gestürzt haben. Später erklärt mein Fahrer mir dass die Kinder dort jeden Abend neue Wörter lernen und auch ihm beibringen müssen. Daher die Khmerübersetzung.

Ich verbringe also den Tag in dem Zimmer der Tochter… die Kinder immer an meiner Seite. Ich bekomme ihre Schulbücher zum anschauen, lese etliche Werbeflyer von Universitäten und studiere das Englischlehrbuch meines Fahrers von 1965. Zum Mittagessen kam ich in den Genuss des besten Currys meines Lebens. Gegessen wurde es indem man Brot eintunkte und dieses dann aß. Ein lauter Tisch voller vielen Leuten.

Danach zwang man mich Mittagsschlaf zu halten, da dies wohl jeder tue. Also begab ich mich in „mein“ Zimmer und schaute an die Wand…. Bis die älteste Tochter mich fragte ob ich „chatten“ oder lieber schlafen möchte…. Erleichtert und dankend nahm ich das Angebot zu einer Konversation an. So erfuhr ich etwas über die strenge Erziehung die ihr Vater an den Tag lege, das sie nicht erlaubt sei mit Jungen rauszugehen geschweige denn zu sprechen, was ihr Wünsche und Träume beinhalten und wie sie sich fühle. Danach trug ich meine Hobbies und Vorlieben in ein Kambodschanisches „Meine Freunde Buch“…. Interessant.

Nach der Mittagsruhe waren dann wieder alle drei Kinder anwesend und meine mitgebrachten Origami und Zeichenbücher waren ein voller Erfolg. Jedes Bild und jeder hergestellter Gegenstand wurde aufgehoben, mit dem englischen Wort betitelt und von den Mädels auf Anordnung des Vaters in Khmer Schriftzeichen übersetzt. Es soll an die Wand oben aufgehängt werden und jeden Abend gibt es nun neue Wörter zu lernen… unheimlich gut dass die Kinder dazu angehalten werden ihr Englisch zu verbessern… jedoch zeigt der Vater auch eine sehr ausgeprägte Strenge. Es wird nicht leicht sein unter solch einem Vater aufzuwachsen denke ich mir…

Nach Unmengen an Tee und frisch gebrühten Kaffee konnte ich nach kurzem protestieren seitens der Familie um 16:30 nach Hause aufbrechen.- Schließlich befand ich mich schon sieben Stunden lang im Hause der herzigen Familie.

So wurde ich von meinem Motodoob, der nun wieder als Fahrer (In Hemd und Hose) und nicht als Familienvater (gedresst nur in einem Krama um seine Hüften [ein Tuch] agierte und mich nach Hause fuhr.

Ich hatte die Möglichkeit Sachen zu sehen und zu erleben die mir wohl als normaler Tourist nie ermöglicht worden wären. Durch die Gespräche mit der Tochter wurde mir ein Einblick in eine kambodschanische Erziehung ermöglicht….. ein kambodschanisches Familienessen.

So habe ich an diesem einen Tag ein erneutes, völlig neues Stück Kambodscha erleben dürfen!

13.8.08 14:48
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mama (13.8.08 15:11)
Dass du von Deinem Fahrer eingeladen wurdest! Dass Du seine Familie kennenlernen konntest, - das ist einfach super! Er wird dich vermissen.


Yala (15.8.08 23:13)
Das ist echt toll!!


Daniel (15.8.08 23:22)
Sehr schoen.

Dein ganz eigener Morton?
Und dann auch noch seine Familie kennenzulernen.
Du bist ein kambodschanischer Glueckspilz.

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