Phnom Penh - Cambodia


Leben & Arbeiten im Land der Khmer
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Experience I

Slum Area. Zum ersten Mal. Kids freundlich. Beim ersten Aufeinandertreffen sind die meisten sehr zurückhaltend. Nach einer Weile stürzen sie sich auf mich, jedoch in einer „distanzierten Art und Weise“.

Ich frage mich ob Straßenkinder nicht immer freundlich und nett zu Fremden sein müssen. Sie sind schließlich ständig im Kontakt mit Menschen auf den Straßen und sind auf einer gewissen Weise angewiesen auf sie.

Die ältere Generation, meist Mütter und Großmütter lächeln mich freundlich aus ihren Hütten oder von ihren Treppen aus an. Sie zeigen ihre Freude, dass sich jemand für ihre Kinder interessiert. .Die Männer bringen mir emotionslose Blicke entgegen.

Ich merke, dass die meisten Kinder von Wunden übersät sind. Ich rufe mir den Sicherheitsaspekt zurück in Erinnerung. Leicht zu vergessen das man sich hier ALLES einfangen kann.

Experience II

Müllkippe vor dem Russischen Markt.

Man stößt auf ein unbekanntes, neues Gesicht auf dem Müllberg. Nach einer kurzen Konversation weiß man, dass das Mädchen von einer anderen NGO unterstützt wird und sie zur Schule geht. In Kambodscha geht man nur halbtags zur Schule. Sie verbringt den anderen halben Tag mit Müllsammeln.

Der Junge mit dem sie unterwegs ist, ist ein altbekanntes Gesicht. Er sei zu müde um mit uns zu reden sagt er. Er ist eine Zeit lang zur Schule gegangen, hat dies jedoch wieder verworfen weil sich seine Eltern viel Geld von einem privaten Kreditunternehmen geliehen haben und es aufgrund Alkoholkonsum und „Gambling“ (deutsches Wort gerade nicht präsent) nicht zurückzahlen können und er seine Eltern mit etwas Geld unterstützen will. „Ich kümmere mich nicht um meine Zukunft, ich will nur meinen Eltern helfen“.

Experience III

Straßencommunitybesuch.

Straße ab von einer der Hauptstraßen. Kleien Gassen führen zueinander. Häuser heruntergekommen. Am Anfang der Straße ein kleiner Verkaufstand mit Essen… getrockneter Fisch, Obst und Cola in „old school Flaschen“ Ein Baby wird uns gleich zu Beginn in die Hand gedrückt. Ca. 20 Kinder laufen auf mich zu… die meisten nackt. Ich inspiziere ihr Wunden während meine Kollegin ein Haus betritt und über irgendwas lautstrak diskutiert. Nach einer Weile gehen wir weiter… die Gassen entlang… sie werden dunkler, dreckiger und enger. Gefolgt von ca. 5 Kindern betreten wir etwas, was ich wohl kaum „Haus“ nenne kann. Die Behausung einer Frau und eines Kindes. Wir, immer noch gefolgt von einer Handvoll von Kindern. Ich nehme auf dem kalten, von Dreck übersäten Steinboden platz, nachdem ich den Platz auf den Holzplanken dankend ablehne. Ich hole Stifte und Papier heraus. Noch nie in meinem Leben haben mich solch große Kinderaugen angestrahlt. Als ich eine Tüte volle Litchis hervorhole werden jene großen Augen von einem gewissen Glanz erfüllt. Meine Kollegin schenkt die für sie gedachte Ration den Kindern, die Mutter schenkt mir ein respektvolles und dankbares Kopfnicken.

Experience IV

TonlesapCommunity.

…. Am Tonlesap.

Kleine „Hütten“ erinnern mich an die Townships in Südafrika.

Wir suchen gezielt nach einem bestimmten Haus, fragen Menschen wo wir DIE Frau finden, finden ihr Haus und betreten es. Vor Ihrem Haus ein großer Müllberg. Kinder sitzen überall wo man hinschaut. Auch hier wieder überwiegend nackt. Sie sind schüchtern aber nach einer Weile bemerke ich wie sie mir in heimlichen Momenten anstarren und ein Lächeln schenken. Man darf sie nicht überfordern. Ein langsames Annähern durch distanzierten Blickkontakt ist der beste Weg (glaube ich zumindest).

Ein Mann zeigt uns in seinem kleinen Sägewerk wie man einen Axtähnelnden Gegenstand herstellt. Ich weis nicht wie wir dazu kamen aber ich schaue interessiert zu.

Experience V

Einer der größten und heftigsten Slums Phnom Penh’s.

Nur zwei Straßen von meinem Wohnhaus entfernt.

Ca. 300 Leute bewohnen diesen Fleck der Stadt, 200 von Ihnen Kinder. HIV/Aids und Tuberkulose stark vorhanden.

Die meisten der Menschen haben noch bis vor ein paar Monaten auf dem Boden in den kleinen Gassen geschlafen. Nun hat die Regierung kleine Hütten, Wellblechhütten errichtet für den HIV-infizierten Anteil der Bevölkerung des Slums.

Man sieht Menschen überall. Von Krankheit gekennzeichnet, strahlende, schmutzige und emotionslose Gesichter.

Am Eingang der Community stoppen wir. Eine Menschengruppe hat sich versammelt. Aufregung und Beklagen da der Premierminister plant ein Teil der Community abzureisen. Ich wende mich den Kindern, die um die Menschenmasse herumspringen, zu. Eine Frau reicht mir ihr Baby damit sie in Ruhe der Diskussionsrunde beiwohnen kann… ich nehme das mir die Arme entgegenstreckende Baby entgegen.

Während ich mehrere Kinder, die meisten mal wieder nackt, an meinen Beinen hängen habe niest mir das Kleinkind circa 8 Mal direkt ins Gesicht.

Die Mutter wendet sich zu mir und sagt „baby kluan“… was soviel wie das Baby ist krank bedeutet.- eine Grippe denke ich mir. Im gleichen Moment widerholt die Frau „ cha, kluan… Tuberculose“.

Ich denke nur „PRIMA“. Wieso nicht diesmal TB als Andenken mit nach Hause bringen.

Eine Frau fragt uns ob wir ihr zu ihrer Wohnstelle folgen können um was mit ihr zu besprechen.

Wir bahnen uns unseren Weg durch verdreckte Gassen, überall starren einen Augen aus dunklen Häusern an… wie im Film.

Einen kurzen Moment habe ich das Gefühl mich nicht in der Realität zu befinden. Nach einer Weile kommen wir an. Die Frau ist bereits da- womöglich kennt sie Abkürzungen durch irgendwelche Gassen.

Sie hat HIV im Endstadium… man sieht es ihr an.

3 Kinder hat sie. Sie möchte sie an einem sicheren Ort wissen bevor sie stirbt- sie möchte das wir die drei kleinen wunderschönen Wesen im Waisenhaus unserer Organisation unterbringen.

Meine Kollegin redet mit der in Tränen aufgelösten Mutter, der ebenso berührten Großmutter und der ältesten Tochter. Ich schätze sie ca. auf 12 Jahre. Sie weint als man ihr erklärt wohin sie gehen muss/wird.

Die zwei Jüngeren werden weggeschickt, sie sollen das Gespräch nicht mitbekommen. Sie kommen immer wieder erneut zur Tür rein, neugierig wieso sich fremde mit ihrer Mutter unterhalten. … so setzte ich mich mit ihnen vor die Tür, in den Matsch und beschäftige sie- während ich ihre Wunden desinfiziere, verpflastere und ihre Nägel und Ohren säubere- mit Stiften und Papier.

Nach wenigen Minuten habe ich die Aufmerksamkeit fünf weiterer Kinder die uns betrachten und lautstark mein Tun in Khmer kommentieren.

Nach einer Weile verlassen wir die Welt dieser Leute wieder. Wir werden mit dem Waisenhausmanager in den nächsten Tagen zurückkommen und die Kinder auf ihren Umzug in eine andere Welt vorbereiten.

Experience VI

Dieselben Slums vom Vortag. Wir besuchen wieder die gleiche Familie.

Auf dem Weg dorthin sprechen wir mit verschiedenen Frauen, Kindern und Verkäufern.

Immer dieselben Fragen an die Kinder gerichtet: „Wo wohnt ihr, habt ihr Eltern, geht ihr zur Schule?“

Eine Frau erkennt meine Kollegin von weitem und kommt auf uns zugestürmt. Mit lautem energischem Tom und wilder Gestik redet sie auf uns ein. Zu schnell und impulsiv für mich. Ich verstehe kein Wort.

Man erklärt mir später dass sie und ihre Töchter von ihrem Mann geschlagen werden und sie die Kinder gerne in ein Heim geben würde um sie in Sicherheit zu wissen. Aller Organistation sagenb jedoch, dass die Waisenhäuser voll belegt sind. – Es gibt einfach zu viele Kinder in Hilfe benötigen in diesem Land.

Wir kommen bei der kleinen Frau vom Vortag ab, In wenigen Minuten wird ihr erklärt, dass der Manager diese Woche keine Zeit hat [ wieso bleibt uns ein Geheimnis], die Kinder aber aufjedenfall im Center aufgenommen werden. Sie sagt, dass sie die Kinder am Tag nach den Wahlen bringen wird… In 2 Wochen. – Hoffentlich erlebt die Frau die Wahlen noch.

Auf dem Rückweg treffen wir auf eine Gruppe Kinder die in einer Hütte Karten spielen. Drei von ihnen waren für eine lange Zeit im Waisenhaus von CCASVA untergebracht, die Eltern haben sie allerdings zurückgeholt um Geld zu verdienen. Man kann die Kinder die keine Vollwaisen sind nicht ohne Zustimmung der Eltern im Heim unterbringen. – Verrückte Welt.

Die Eltern sehen ihre Kinder lieber im Elend als sie an einem sicheren Ort mit Schulausbildung zu wissen.

 

Experience VII

Riversidefamily

Purer Wahnsinn wie diese Familie lebt. Am Rande der Riverside, am Rande des Insektenmarktes. Auf zwei großen Paletten… die Kochstelle in der Mitte der beiden Holzbarren. Etliche Kinder, die Eltern und die Großmutter. Zwei Plastikplanen hängen am Zaun hinter der Wohnstelle die über die Paletten ausgerollt werden wenn es regnet. Das eine kleine Kind voller Wunden. Es sieht schrecklich aus. Schwer zu erkennen wovon die Punkte am Körper stammen. Pocken? Narben? Die zwei Jungs nicht fähig einen Stift zu halten. 5 und 7 Jahre. Unterentwickelt. Sie sehen nicht aus wie 5 und 7. Eher wie 3 und 5 Jahre alte Jungs. Meine gebastelten Papierboote sind der absolute „Renner“. Die Seifenblasen ebenfalls. Selbst die Großmutter strahlt als ich ihr Stift und Papier zum Malen reiche. Es scheint eine Ewigkeit her zu sein dass sie das letzte Mal die Möglichkeit zum zeichnen hatte. Ich lasse meine Stifte und etwas Papier zurück.- wenigstens etwas Stimulation für die Kinder.

Am Nachmittag führt uns unser Weg zurück zu der gleichen Familie… am Rand des Tonle Sap’s. Ein Erste Hilfe Set in unserer Tasche. Mein Kollege weist mich dazu an den ganzen Körper des Babys zu desinfizieren, danach betupft er die Kopfpusteln mit Iod. Ich protestiere, der Alkohol muss brennen wie Feuer auf der Haut des kleinen Jungen. Das Baby schreit ununterbrochen. Alkohol und Iod auf Alles…scheint bei den Social Workern so üblich zu sein. Mein Protestieren ergebnislos. Ich betrachte wie der Rest der Familie Gegenstände aus den Müllcontainern fischen. Ein Paar Flip Flops,.. der Junge bricht in Freude aus und stülpt sie gleich über seine Füße… total verdreckte Latschen zieren seine kleinen Füße nun… Die Mutter nimmt eine ebenso verdreckte Handtasche entgegen.

Wir haben irgendwo eine Hemmgrenze… Ekel vor gewissen Sachen. Womöglich würden die meisten schon beim Geruch von verdorbenen Essen und Müll ihre Ekelgrenze überschreiten… geschweige denn beim sich im Müllcontainer befindend nach Gegenständen wühlen. Die Ekelgrenze der Straßenfamilien ist gering… womöglich existiert in ihrem Leben gar keine.

Ich persönlich habe mich an den Geruch von Verdrecktem, altem Essen, totem Tier und Müll- alles was sich zwischen den Bergen von Müll auf den Straßen, den Marktvorplätzen und den Slums befindet- gewöhnt. Der Beruf eines streetfacilitators in Kambodscha ist definitiv nichts Menschen mit schwachen Mägen.

Die Großmutter fischt ein kaputtes Kuscheltier hervor… bevor sie es dem Baby zuwerfen will fange ich an es zu desinfizieren und die Risse im Körper des kleinen Affens zuzunähen.

 

Experiencestory VIII

Toulkorkslum… wieder und wieder.

Die letzten Tage Regen. Ich sehe nach Slum aus. Meine Hosen übersät vom Slummatsch. Die Köchin lacht mich aus als ich am Abend nach Hause komme.

Wir laufen herum. Für mich immer wieder auf’s Neue interessant. Auch wenn sich immer die gleichen Bilder zeigen sind sie doch immer wieder anders… Same Same but Different! Beobachten- Aufnehmen, Reagieren. Die Menschen hier sehr offen und direkt. Ein „Hello“ an jeder Ecke, ein „bonsrai saad“ [hübsche Frau] an jeder zweiten. Kein Hauch von Schüchternheit. Überall zeigen Finger auf dich… vor allem Kinder sind alleine von der Anwesenheit eines „Weißen“ fasziniert. Wir treffen auf eine vietnamesische Schneiderin die wunderschöne Geldbörden herstellt… erschreckend (mehr oder weniger) wie sie dort lebt. Nur zwei Hängematten quer durch den Raum gespannt. Die Nähmaschine darunter… eine weiße Katze in einer der Schlafplätze. Sie erzählt über die Umstände in Kambodscha und wie anders Vietnam ist… lautstarkes Reden und wildes Händefuchteln- typisch. Man denkt die Menschen würden sich anschreien doch reden sie nur „ganz normal“ miteinander. Was als ein großer verbaler Kampf gleicht ist eine intensive Unterhaltung.

Wir schauen bei ein paar weiteren Menschen vorbei. Alte und neue Gesichter unter ihnen… natürlich werden wir wieder begleitet von Kindern, Kinder die uns verfolgen unsere Hände halten und lachen. Wir gehen zum „tom tom“ [großen] Haus. Kleine Apartments gibt es hier. Ein Haus, inmitten den Slums. Hier leben die reicheren der Armen. „ArmReich“ sozusagen. Ein Apartment bedeutet ein Zimmer, immerhin mit abgetrenntem eigenem Badezimmer (nicht oft haben solche Wohnungen ihre eigenen Badezimmer hier in Kambodscha).

Also, ein großer Komplex…

Erinnert mich von innen eher an ein Krankenhausgebäude. Lange breite Flure- überall sitzen Kinder. Wir gehen in den Raum zweite Tür recht aus der fünften Etage.- Sechs Etagen hat das Haus.

Die Kochstelle- zwei Gasplatten- abgetrennt durch einen Vorhang vom restlichen Raum. Eine große Doppelmatratze, ein kleiner Tisch vollgestapelt mit Heften und Büchern. Der Bewohner stellt sich als Englischlehrer heraus, was wiederrum den Stapel von Büchern und Heften erklärt. Ein Sideboard, ein Fernseher (den hat nämlich jeder (na gut fast jeder) in den Slums) und ein urig alter Computer in der Ecke rechts wobei ich mich Frage ob der noch funktioniert… Zu wünschen wäre es ja.

Die Frau des Lehrers auf der Matratze… dem Bett. Vor wenigen Stunden im Krankenhaus ein Baby zur Welt gebracht. Das Baby liegt neben ihr. Ein Frühchen… viel zu klein. So klein….Noch nie zuvor hab ich solch ein kleines Wesen gesehen… und der Kopf viel zu groß für den winzigen Körper. So klein und zerbrechlich doch herzallerliebst wie das kleine Bündel dort gehüllt in  zwei Decken (oder vielmehr irgendwelche Sachen die als jene dienen) und Stofflappen die wohl als Handschuhe dienen über die kleinen Hände gestülpt liegt.    Viel zu klein um es hochzuheben… es würde doch gewiss zerbrechen.

So sitzen wir dort auf dem Boden um die Matratze herum. Wieso wir anwesend sind bleibt mir unklar. Austausch von Schwangerschaft Nachgeburt Ratschlägen, Erfahrungen und Babyartikeln. Ich schaue nur und beobachte fasziniert das kleine Wesen.

Der Lehrer ein sehr freundlicher Mensch der unheimlich stolz ist mir sein „Haus“ zeigen zu können… seine ältere Tochter reicht uns währenddessen Wasser.




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